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Die 7.Klassen helfen den 2. beim Lernenlernen

Erfolgreiches neues Lerntechnikprojekt „Die Siebte hilft der Zweiten beim Lernenlernen"

Jedes Jahr lernen unsere 7. Klassen in Psychologie ausführlich über den neuesten Stand der Lernpsychologie, ist es da nicht naheliegend zu überlegen, wie dieses wertvolle Wissen auch noch anderen Schüler/innen zugutekommen könnte? Genau darauf baut das neue Lerntechnikprojekt des Rainergymnasiums auf.

Die Projektvoraussetzungen:
Das Projekt baut auf zwei bereits im Schulbetrieb unserer Schule vorhandenen Elementen auf:
(1) auf den Lerntechnikkursen, die die allermeisten Schüler/innen der 1. Klasse am Rainergymnasium besuchen;
(2) auf dem Knowhow über das Lernen und dessen wissenschaftliche Grundlagen, das die Schüler/innen der 7. Klassen im Fach Psychologie und Philosophie erwerben.

Projektablauf:
Im 2. Semester wird nun von den Schüler/innen der 7. Klassen ein Workshop für die Zweitklässler/innen vorbereitet, in welchem diese während einer Doppelstunde ihre Kenntnisse über Lerntechnik auffrischen bzw. erweitern können; für die Schüler/innen der 7. Klassen ist es erfahrungsgemäß eine besondere Herausforderung die theoretischen Inhalte so „herunterzubrechen", dass sie für Zweitklässler verständlich und spannend werden! (Mindestens ebenso gefordert sind sie bei der Durchführung dann aber z. B. von jenen „Kleinen", die vielleicht nicht so ernsthaft und konzentriert bei der Sache sind, wie sich „die Großen" das vorgestellt haben ...)

Es bilden sich Betreuungsteams (je 3 Schüler/innen der 7. Klassen), je nach Interessen und Fähigkeiten, jedes Team bereitet eine Station selbstständig vor - Themen siehe folgende Auflistung! - und betreut diese dann auch. Bei der Vorbereitung und Durchführung können sich spezielle Fertigkeiten des einzelnen Teammitgliedes, in Koordination mit dem Team, voll entfalten. Die Zweitklässler/innen bilden je nach Schüler- und Stationenzahl Gruppen von etwa drei bis vier Schüler/innen, jede Gruppe arbeitet sich der Reihe nach durch alle Stationen durch. Jedes Gruppenmitglied erhält zu Beginn eine Mappe, in der die Handouts gesammelt werden, die man bei jeder Station erhält; zusätzlich gibt es für jede absolvierte Station einen Stempel.

Meist lassen sich von den Schüler/innen der 2. Klasse pro Unterrichtseinheit 3 bis 4 Themen/Stationen gut verkraften, insgesamt also bis zu 8.

Im Anschluss an das Projekt folgen Manöverkritik der Lehrkräfte und das Ausfüllen von Feedbackbögen durch alle Beteiligten.

Zeitaufwand:
Aus Gründen der Effizienz führt jede 7. Klasse den Workshop gewöhnlich zweimal, also für zwei 2. Klassen, durch.

Themen der Stationen:

  1. Gedächtnis (Gedächtniskurven, Speicher, Hemmungen, dazu Übungen)
  2. Lernbereiter Zustand (Motivation, Entspannungsübungen, Lerngymnastik, Konzentrationsübungen)
  3. Sinnvoll lernen (Pausen - wann, wie, wie nicht; „Schachbrettlernen")
  4. Arbeitsplatz (Gestaltung eines idealen Arbeitsplatzes)
  5. Lerntypen (Lerntypentest für die Unterstufe aus der interaktiven Lernsoftware „Lernen leicht gemacht" von Dr. Löffler-Anzböck  dazu Übungen)
  6. Allgemeine Lerntipps und spezielle Lerntechniken (z. B. Lernkartei, Eselsbrücken, Assoziationen, Mindmap)
  7. Hausaufgaben (angenehme Lernumgebung, festen Arbeitsplatz, regelmäßige Arbeitszeiten) - Schultasche einräumen
  8. Vorbereitung auf Leistungsfeststellungen: Vokabellernen - Referate (Planung, Vorbereitung der freien Rede, Vortrag) - mündliche Prüfungen - Schularbeiten
  9. Texte „lernbar machen" (Überblick verschaffen, Leseabschnitte einteilen, unbekannte Wörter nachschlagen ...)

Bisherige Erfahrungen:
Das Projekt wurde im Schuljahr 2006/07 von Frau Prof. Maria Christensen „erfunden", heuer wurde es von den Professorinnen Anzböck, Forster und Zopf organisiert und geleitet und nun, nach zwei Durchgängen, lässt sich eine erste positive Bilanz ziehen:

  • Zunächst sind deutlich primäre Effekte feststellbar (Zweitklässler erzählen von tollen Entspannungstechniken oder z. B. davon, wie „super" es war wieder an einen Trick fürs Vokabellernen erinnert worden zu sein, von dem sie im Lerntechnikkurs der 1. Klasse erfahren, den sie aber inzwischen vergessen hatten).
  • Darüber hinaus können wir vielen persönlichen Gesprächen, aber besonders den ausführlichen Feedbackbögen, die alle Beteiligten ausgefüllt haben, erfreuliche sekundäre Wirkungen entnehmen: die betreuenden Schüler/innen profitieren, indem sie sich voll auf die ihnen anvertrauten Kinder einstellen, kreativ und flexibel die Inhalte vermitteln - und ihre persönlichen Bedürfnisse oder Befindlichkeiten für diese Zeit hintanstellen (müssen); dafür ernten sie Dankbarkeit und Begeisterung, aber durchaus auch offene Kritik („Du, das Handout ist ein bisserl langweilig!") von ihren Schüler/innen, die es genießen, einmal von diesen „Lehrerschüler/innen" betreut zu werden.
    Diese lernen so ganz nebenbei ihr eigenes Lernverhalten besser zu reflektieren - zugleich entdecken sie an sich Stärken (und Schwächen), deren sie sich vielleicht bis dahin noch nicht bewusst gewesen sind, wobei die Anerkennung in Form der spontanen Rückmeldungen der Schüler/innen als sehr ehrlich und daher besonders aufbauend erlebt wird.
  • Mitunter ergeben sich in der Folge sogar länger andauernde Kontakte, die „Großen" werden von den „Kleinen", da man einander ja jetzt besser kennt, auch nach dem Workshop um Rat gefragt oder zumindest gebeten bei der Mathematikschularbeit die Daumen zu halten.
  • Andererseits hat sich bei der Durchführung auch gezeigt, was nächstes Mal noch besser klappen sollte: So ist die Einteilungsphase zu Beginn der Workshops mitunter chaotisch verlaufen, außerdem sind uns vereinzelt Rückmeldungen über nicht ernsthaft agierende „Schüler als Lehrer" zu Ohren gekommen und schließlich war das mangelnde Interesse und störende Verhalten einer Reihe von Zweitklässler/innen für die betreuenden „Großen" eine böse Überraschung (aus der sie aber sicher viel gelernt haben).

Alles in allem ein Projekt, das die Lern- und Lehrkompetenzen der Beteiligten erhöht und ihnen dazu auch noch Spaß macht!

Prof. Zopf, Prof. Forster, Prof. Anzböck

Weitere Informationen dazu unter: Lerntechnik

 
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