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Philosophieolympiade am Rainergymnasium

Im heurigen Schuljahr fand zum 12. Mal der Essay-Wettbewerb im Unterrichtsfach Philosophie statt. Dieser Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit besonderem Interesse am Philosophieren und Freude am Formulieren eigener philosophischer Überlegungen.

Auch in diesem Jahr übten sich die 8. Klassen in der Königsdisziplin des Philosophierens: im Abfassen von philosophischen Essays zu einem der 4 Wettbewerbsthemen. Folgende Themen standen dabei zur Wahl:

 

1. Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung.  Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht. 

Immanuel Kant: Über Pädagogik. In: Werkausgabe, hg. von Wilhelm Weischedel, Frankfurt/M.  1977, Bd. XII, S. 699

 

2. Die offene Frage: „Wer bist Du?“ soll immer wieder gestellt werden, ohne eine abschließende Antwort zu erwarten. Das fortgesetzte Interesse am Anderen und das Begehren nach Anerkennung bleiben das Ziel, ohne in der Feststellung „jetzt weiß ich, wer du bist“ zum Schweigen gebracht zu werden. 

 Judith Butler: Kritik der ethischen Gewalt, 2003, S. 57

 

3. Wir klagen die Natur nicht als unmoralisch an, wenn sie uns ein Donnerwetter schickt und uns naß macht: warum nennen wir den schädigenden Menschen unmoralisch? Weil wir hier einen willkürlich waltenden, freien Willen, dort Notwendigkeit annehmen. Aber diese Unterscheidung ist ein Irrtum. 

Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Frankfurt/M u. a.: Ullstein, 1969, S. 509

 

4. Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.

Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit, Frankfurt am Main, 2008, S. 63 f.

Die Essays der Schülerinnen Klara Kosits (8b), Louise Jandl (8c) und des Schülers Donald Philp (8b) wurden zur Einsendung für den Wiener Landeswettbewerb nominiert. In diesem Wettbewerb erreichten die 3 SchülerInnen ganz ausgezeichnete Ergebnisse: Klara Kosits belegte unter 36 Einsendungen den 10. Platz, Louise Jandl erreichte Platz 9 und Donald Philp konnte den 7. Platz erringen. Somit erreichten  alle 3 angemeldeten SchülerInnen nicht nur die Finalrunde, sondern sogar eine Top-Ten-Platzierung!

Besonders erfreulich: Donald wurde wegen seiner Leistung von der Wiener Jury ausgewählt, um am Bundeswettbewerb teilzunehmen, der diesmal  Anfang  April in Wien stattfinden wird. Für ein erfolgreiches  Abschneiden wünschen wir Donald alles Gute und gratulieren zu den hervorragenden Ergebnissen!

Prof. Mag. Karin Zopf

 
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